TRAUMAPÄDAGOGISCHE GRUNDLAGENSEMINARE

Viele Steine ergeben einen (Wissens)Turm

Baustein 1: Am Anfang ist ein Fragezeichen
Einfuehrung in die Traumapaedagogik, Kennzahl FB1

  • Was ist Traumapädagogik?
    • Einführung in die Geschichte und Grundlagen der Psychotraumatologie, Dissoziationstheorie (u.a. Janet), der Traumapädagogik und des Traumakonzeptes
    • Die traumapädagogische Grundhaltung und -lagen (Innere Haltung, Selbstbemächtigung, Trauma und Gruppendynamik, Interventionen/Methoden und Kompetenzen, Themenbereiche wie Gewalt und Übergriffe, Regeln und Grenzen)
    • Phasen-Modelle in der Traumapädagogik/Traumazentrierten Fachberatung und Therapie
    • Traumaspezifische Anamnese und Diagnostik, Fallanalysen, psychosoziale Diagnoseprozesse und traumapädagogisches (Fall-)verstehen im Kontext von Entwicklungsprozessen der Persönlichkeit und der Identitätsentwicklung; individuelle Prozessplanung mit Blick auf die Triade Klient*in/Institution/Fachkraft
    • Spezielle Aspekte traumazentrierter Pädagogik und Beratung bzgl. Genderspezifik, diverse Altersgruppen, Menschen mit Beeinträchtigung, Kultursensibilität, Diversity, u.a.)
  • Trauma – was ist das?
    • Physiologie psychischer Traumatisierung (Neurobiologie, Neurophysiologie, zentrales Nervensystem, Traumagedächtnis, sensorische und körperliche Auswirkungen), Diagnostik nach WHO ICD-10 bzw. DSM IV inkl. Klassifikation von Störungsbildern und Klärung von Komorbiditäten
    • Neurosequentielle Entwicklung des Gehirns, grundlegende Unterschiede in der Verarbeitung bei Kindern und Erwachsenen
    • Prozess psychischer Traumatisierung – Traumaverarbeitung im zeitlichen Längsschnitt, Schutz- und Risikofaktoren natürlicher Verarbeitungsprozesse
    • Folgen von Trauma-Erfahrungen, speziell interpersoneller Traumatisierungen im Kindesalter (Kindheitstrauma/Entwicklungstraumata, Symbiose Trauma – vgl. Ruppert, Bindungstraumatisierung), u.a Formen der Misshandlungen; Varianten psychotraumatischer Syndrome
    • Vorstellung verschiedener Konzepte, Theorien und Überblick über traumaspezifische Behandlungsverfahren (Bindungstheorie, Egostate Therapie, strukturelle Dissoziation)

Baustein 2: Im Hier und Jetzt
Dissoziation bei lebensgeschichtlich belasteten Personen; Kennzahl FB2

  • Was ist Dissoziation?
    • Strukturelle Dissoziation (vgl. Elert Nijenhuis), theoretisches und praktisches Verständnis der primären, sekundären und tertiären Dissoziation sowie das Ego-State-Modell (vgl. Peichl)
    • Teilearbeitsmodelle und innere (Trauma-) Landschaften, Innere-Kind-Arbeit
    • Verhaltensdynamik des Opfers und des Täters/der Täterin – Bewältigungsmechanismen und Verarbeitungsstrategien TäterInnentypen und TäterInnenstrategien, Opferschutz, Kontakt- bzw. Umgangsregelungen mit Täter*Innen (Besuchskontakte, neue Medien,…)
  • Unterstützung bei dissoziativen Phänomenen in der Praxis?
    • Selbstwahrnehmung, Grounding -Techniken und Achtsamkeitsübungen, EntspannungstechnikenSelbst- und Fremdaggression
    • Stabilisierungsübungen für das Ordnen der Erfahrungen: Zeitlinie, Reorientierungsübungen, Distanzierungs- und Kontrolltechniken, Selbstberuhigungs- und Selbsttröstungstechniken
    • Umgang mit Traumaverarbeitungsprozessen und Re-Inszenierungen traumatischer Rollen- und Bindungserfahrungen (u.a. Trigger und Flashbacks) in verschiedenen traumazentrierten Handlungsfeldern (z.B. Pädagogik, Beratung, Pflege, KiTa, Schule, Flüchtlingshilfe, Psychiatrie, Psychotherapie)
    • Dissoziation und Traumapädagogik (Prävention von und Unterstützung bei dissoziativen Zuständen, fremdverletzendem, selbstverletzendem und suizidalem Verhalten, traumaspezifischer Kriseninterventionsplan und Notfallkoffer)

Baustein 3: Halt finden
Das Umfeld lebengeschichtlich belasteter Personen; Kennzahl FB3

  • Wie findet man Halt in Beziehungen?
    • Einführung in die Bindungstheorie, Bindungspädagogik; Vorstellung bindungstheoretischer Modelle, Erkenntnisgewinn bzgl. der Bedeutung von sicherer Bindung sowie der Bindungserfahrungen in der eigenen Kindheit sowie die der (Groß)Eltern für die Gesamtentwicklung
    • Schutz-, resilienz- und entwicklungsfördernde Systeme und Bindungsqualitäten sowie Risikofaktoren
    • Entwicklungstrauma (u.a. pränatale und frühkindliche Vulnerabilitäten) versus Bindungstraumata
    • Selbstreflexion der eigenen Bindungserfahrungen und deren Wirkung in der Gegenwart
    • Traumasensibler Beziehungsaufbau und -gestaltung (Systemverständnis von inneren Arbeitsmodellen bzw. Repräsentanzen von Eltern-Kind-Bindungen)
  • Wie findet man Halt im sozialen Umfeld?
    • Das Konzept des sicheren Ortes für Klient*in und Fachkraft – Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit
    • Umgang mit gruppendynamischen Phänomenen und Prozessen, traumatische Übertragung und Gegenreaktion, Umgang mit Triggerphänomenen in und aus der Gruppe, Risiko- und Ressourcenpotentiale der Gruppendynamik
    • Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung/Gegenreaktion im traumapädagogischen Alltag (in der Beziehungsarbeit; Spiegelungsphänomene, Traumadynamiken,…)
    • Interaktionsanalyse zwischen Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen und PädagogInnen auf Basis emotionaler Handlungsimpulse
    • Trauma und Schule: Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Schule und Unterricht
    • Trauma und Flucht: Traumapädagogische Konzepte für Flüchtlinge mit traumatischen Erfahrungen
    • Sekundäre Traumatisierung (psychische Traumatisierung bei Angehörigen und helfenden Personen)

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Dauer: 6 Termine
Kosten: auf Anfrage
Max. 16 TeilnehmerInnen
Die Bausteine können auch einzeln gebucht werden!
Ort: Verein Senia, Weingartshofstraße 27, 1. Zwischenstock; A-4020 Linz
Das/die Seminar/Fortbildung kann individuell mit uns geplant und vereinbart werden und auch als INHOUSE-Veranstaltungen bei Ihnen in Ihrer Einrichtung stattfinden. Uns ist wichtig das Angebot nach Ihren individuellen Bedürfnissen mit Ihnen gemeinsam zu gestalten und planen. Bitte setzen Sie sich über das Kontaktformular mit uns in Verbindung.

Unser Angebot richtet sich an:
Unser Angebot richtet sich an Fachkräfte aus „beziehungsgestaltenden“ Berufen wie beispielsweise Elementar- und Schulpädagogik, Heil- und Sozialpädagogik,  Akademische Sozialpädagogische Fachbetreuer*innen, Fachsozialbetreuer*innen Behindertenbegleitung/Behindertenarbeit, Erwachsenenbildung, Geragogik, Fachkräfte aus (psycho-)sozialen, (psycho-) therapeutischen, beratenden, medizinischen und pflegerischen Berufen (beispielsweise Lebens- und Sozialberater*innen, Ergo- und Musiktherapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Diplomierte Sozialarbeiter*innen, Krankenpfleger*innen, Hebammen, Ärzt*innen,  u.a.), sowie Adoptiv- und Pflegeeltern, Personen aus der Migrations- und Flüchtlingsberatung, Personen aus Behörden und Einsatzorganisationen, u.v.m. Auch interessierte Eltern und Privatpersonen sind eingeladen unser Angebot in Anspruch zu nehmen.

Termin: Termine sind für 2019 in Planung. Die Seminarreihe bzw. einzelne Bausteine  können auch individuell mit uns geplant und vereinbart werden. Bitte setzen Sie sich über das Kontaktformular mit uns in Verbindung. Vielen Dank!