TRAUMA UND MENSCHEN MIT BEEINTRÄCHTIGUNGEN

Menschen mit Beeinträchtigungen erleiden überdurchschnittlich oft psychische Traumatisierungen.

Traumatisierungen, also psychische Verletzungen/Wunden, bilden eine wichtige Ursache für die Entwicklung psychischer Störungen, von denen beeinträchtigte Menschen ebenfalls drei- bis viermal so häufig betroffen sind wie „nicht“ beeinträchtigte Menschen. Nun wie ist diese Tatsache zu interpretieren?

Psychische Störungen bei Menschen mit Beeinträchtigungen wurden lange Zeit kaum wahrgenommen („diagnostic overshadowing“)! Die gleiche psychische Störung wird leider oftmals bei einem geistig beeinträchtigten Menschen von der Umwelt als viel weniger wichtig und weniger behandlungsbedürftig erachtet, als bei einer „normalintelligenten“ Person. Außerdem gibt es immer noch die fehlerhafte Tendenz, psychische Störungen als zwingende Folge der kognitiven Retardierung anzusehen. Psychische Störungen bleiben so häufig unentdeckt oder werden falsch interpretiert. Deutlich wird dies auch im Mangel an geeigneten diagnostischen Verfahren ( v.a. für schwerst geistig beeinträchtigte Menschen) und am Mangel an Therapieplätzen und geschulten Therapeut*Innen.

Auch ist das psychische Trauma/Psycho-traumatisierung und geistige Beeinträchtigung bislang wenig beforscht. Das Traumatisierungsrisiko wurde lange Zeit unterschätzt, u.a. da das Trauma sprachlich nur unzureichend mitteilbar und selten bewusste Erinnerungen verifizierbar sind (u.a. Ruth Ryan (1994): gehäuftes Auftreten von PTSD (Posttraumatische Belastungsstörung) bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung).

Traumapädagogische Konzepte sind im Bereich der Hilfen für Menschen mit Beeinträchtigung noch wenig erforscht und noch weniger verbreitet. Uns geht es um das Bewußtmachen dieser „Unterversorgung“ – es geht uns darum Kenntnisse über Traumaprozesse bei Menschen mit Beeinträchtigung, über die  Traumafolgen auf der Ebene des Erlebens, des Verhaltens und spezifischer Beziehungsdynamiken zu vermitteln. Es geht uns um ein adäquates „gegenseitiges Erreichen“ durch emotionale Resonanz, also um eine Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit auf Grundlage von Empathie bzw. Feinspürigkeit. Eine stimmige Wirkung auf Menschen durch Präsenz und Echtheit ist die Basis für die Vermittlung von Sicherheit, für die Erfahrung von Authentizität auf der Begegnungsebene. Die Betroffenen verfügen trotz der oft erheblichen kognitiven Defizite auf den Bewusstseinsebenen (Empfindungs- und Seins-Ebene) über ein hohes Maß an Sensibilität, Resonanz- und Differenzierungsfähigkeit. Gelingt eine adäquate kommunikative und interaktive Brücke zu diesen Bereichen, dann kann daraus eine praxisgerechte diagnostische und pädagogische Arbeitsebene entwickelt werden.

Gemeinsam mit Ihnen, stimmen wir die Seminarinhalte ab, um so den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeiter*Innen und Klient*Innen bestmöglich gerecht zu werden.

Mehr Informationen

Dauer: 1 Termin
Kosten: auf Anfrage
Max. 16 TeilnehmerInnen
Ort: Verein Senia, Weingartshofstraße 27, 1. Zwischenstock; A-4020 Linz
Das/die Seminar/Fortbildung kann individuell mit uns geplant und vereinbart werden und auch als INHOUSE-Veranstaltungen bei Ihnen in Ihrer Einrichtung stattfinden. Uns ist wichtig das Angebot nach Ihren individuellen Bedürfnissen mit Ihnen gemeinsam zu gestalten und planen. Bitte setzen Sie sich über das Kontaktformular mit uns in Verbindung.

Unser Angebot richtet sich an:
Unser Angebot richtet sich an Fachkräfte aus „beziehungsgestaltenden“ Berufen wie beispielsweise Elementar- und Schulpädagogik, Heil- und Sozialpädagogik,  Akademische Sozialpädagogische Fachbetreuer*innen, Fachsozialbetreuer*innen Behindertenbegleitung/Behindertenarbeit, Erwachsenenbildung, Geragogik, Fachkräfte aus (psycho-)sozialen, (psycho-) therapeutischen, beratenden, medizinischen und pflegerischen Berufen (beispielsweise Lebens- und Sozialberater*innen, Ergo- und Musiktherapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Diplomierte Sozialarbeiter*innen, Krankenpfleger*innen, Hebammen, Ärzt*innen,  u.a.), sowie Adoptiv- und Pflegeeltern, Personen aus der Migrations- und Flüchtlingsberatung, Personen aus Behörden und Einsatzorganisationen, u.v.m. Auch interessierte Eltern und Privatpersonen sind eingeladen unser Angebot in Anspruch zu nehmen.

Termin: Termine sind für 2019 in Planung. Die Fortbildung kann auch individuell mit uns geplant und vereinbart werden. Bitte setzen Sie sich über das Kontaktformular mit uns in Verbindung. Vielen Dank!